Newsletter Tierarztpraxis Kleen 17.10.2007

Liebe Tierfreunde,

heute möchten wir Ihnen Informationen zu folgenden Themen geben:

(1) Herbstzecken – Gefahr für Hunde

(2) Atemwegserkrankungen bei Meerschweinchen und anderen Nagetieren

(3) Katze entlaufen – was kann man tun?

(4) Wie bekommt man am besten Medikamente in die Katze und anderes – berichten Sie von Ihren Tricks. Wir geben die besten auf unserer Homepage weiter.

Einige dieser Themen sind sehr umfangreich, daher werden wir hier nur kürzere Artikel darüber veröffentlichen. Wenn Sie mehr über ein spezielles Thema erfahren möchten, stehen wir Ihnen gerne mit vielen Informationen beratend zur Seite - sprechen Sie uns bitte darauf an.
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(1) HERBSTZECKEN - GEFAHR FÜR HUNDE

Der bpt (Bund praktizierender Tierärzte) warnt die Tierbesitzer vor erhöhter Infektionsgefahr durch Herbstzecken.
Zecken sind zwar im Herbst nicht so zahlreich vertreten wie im Sommer, dafür aber ungleich gefährlicher. Der Anteil von mit gefährlichen Erregern infizierten Zecken ist im Herbst besonders hoch.

Unbehandelt verlaufen diese akut, sie können zum Tod führen oder verursachen chronische Gelenkserkrankungen. Folgende Erkrankungen können durch Zecken im Herbst übertragen werden:
  • Babesiose
  • Hunde-Anaplasmose
  • Borreliose
  • FSME.

    (a) Babesiose ist eine schwere Blutkrankheit, die ursprünglich in südlichen Ländern beheimatet war. Der Babesiose-Parasit wird durch die Auwaldzecke übertragen. Der Parasit zerstört die roten Blutkörperchen wodurch Anämie (Blutarmut) und Gelbsucht entstehen. Jedes Jahr erkranken ca. 3000-4000 Hunde in Deutschland. Unbehandelt ist die Krankheit tödlich, aber selbst bei behandelten Hunden stirbt jeder 10 Hund trotz Behandlung. In Deutschland gibt es zur Zeit kein Medikament zur Behandlung, es muss aus Frankreich importiert werden.

    (b) Hunde-Anaplasmose wird wie Borreliose und FSME durch den Holzbock, unsere häufigste einheimische Zecke, beim Saugen des Blutes übertragen. Diese Erreger befallen die weißen Blutkörperchen des Hundes und zerstören diese. Als Symptome treten unter anderem Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Ödeme an den Gliedmaßen, Störungen im Nervensystem und Blutarmut, sowie Gelenksentzündungen auf. Jede 20. Zecke ist mit dem Erreger befallen. Behandelt werden kann die Erkrankung mit speziellen Antibiotika sowie symptomatisch.

    (c) Borreliose ist hier in Deutschland noch die bekannteste Erkrankung. Die Borrelien sind Schraubenbakterien, die in ganz Deutschland vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist im Herbst wesentlich größer als im Frühling. Mit einer neuen Blut-Untersuchungen kann man im Labor die Art der Infektion besser klassifizieren. Borrelien können beim Hund chronische Gelenksentzündungen verursachen. Nach neusten Erkenntnissen bewirkt die Doppelinfektion von Anaplasmen und Borrelien am wahrscheinlichsten hochgradige Gelenksentzündungen.

    (d) FSME wird beim Hund sehr leicht übertragen, bewirkt jedoch nur selten Symptome. Betroffene Hunde zeigen dann hohes Fieber und Anzeichen einer Gehirnhautentzündung (Kieferschmerzen, Nackenschmerzen). Eine Therapie ist dann sehr wichtig, da sonst die Erkrankung zum Tode führen kann.

    Daher ist im Herbst auch weiterhin Zeckenprophylaxe sehr wichtig, um Ihr Tier vor diesen Erkrankungen zu schützen.
    Wir bieten verschiedene Präparate an, die sowohl eine repellente (abschreckende) wie auch insektizide (abtötende) Wirkung auf Zecken hat. Außerdem gibt es mittlerweile auch biologische Präparate, die eine zusätzlich repellente Wirkung auf Zecken haben, diese werden dann täglich verwendet.

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  • (2) ATEMWEGSERKRANKUNGEN BEI MEERSCHWEINCHEN UND ANDEREN NAGETIEREN

    Im Herbst sind die Atemwegserkrankungen bei den Nagern wieder auf den Vormarsch. Da die Nager ein eher schlechtes Immunsystem besitzen, sollten Erkrankungen möglichst bald behandelt werden, da sie sonst schnell versterben können. Besonders wenn Ihr Meerschweinchen oder Hamster, Degu, Chinchilla, Gerbil, Maus, Ratte, aber auch Kaninchen (wenn auch nicht zu der Familie der Nager gehörend, sondern zu den Hasenartigen) das Fressen einstellt, sollten Sie es beim Tierarzt vorstellen. Wichtig ist, dass Sie es bis dahin warm halten (Wärmflasche oder ähnliches) und versuchen Sie, es mit Leckerchen zum Fressen zu überreden. Man kann auch vorsichtig versuchen, mit einer Spritze mit Obst oder Karotten aus Babygläschen, vermischt mit zerkleinerten Pellets Nahrung dem Nager einzugeben.

    Häufig fällt bei einem Nager mit Atemwegserkrankung lediglich eine etwas schnellere oder erschwerte Atmung auf, manche werden auch nur sehr ruhig und fressen einfach nichts mehr. Der Tierarzt kann Ihr Tier abhören, abtasten und die Maulhöhle untersuchen und somit die Art der Erkrankung feststellen. Manchmal ist auch eine Röntgenaufnahme sinnvoll, um das Ausmaß der Erkrankung (z.B. bei Lungenentzündung) festzustellen.

    Atemwegserkrankungen können durch Bakterien aber auch durch Viren und Pilze verursacht werden. Unbehandelt sind sie beim Meerschweinchen aber auch bei anderen Nagern mit die häufigste Todesursache.

    Wie können Sie eine Atemwegserkrankung vermeiden?
    Wichtig ist zwar frische Luft für Ihr Tier, aber es sollte keineswegs Zugluft sein und auch sollte es keinen plötzlichen Temperatursturz geben. Gehäuft kommen Atemwegserkrankungen dann vor, wenn die Einstreu Mängel aufweist, sei es durch staubige Beschaffenheit oder aber auch, wenn zu selten der Käfig gereinigt wird und Ammoniak frei wird. Dazu sollte man grade im Winter auf vitaminreiche Nahrung achten und viel Obst und Gemüse (der Tierart entsprechend) füttern.
    Außerdem sollten Stresssituationen wie Lärm, Rangordnungskämpfe, plötzlicher Futterwechsel vermieden werden. Neuzugänge sollten immer zunächst in Quarantäne gehalten werden, um zunächst verborgene Krankheiten ausschließen zu können.

    Bei Fragen zur besseren Haltung oder Fütterung steht Ihnen gerne unsere Expertin für Heimtiere, Frau Goor aus unserem Praxisteam, zur Verfügung.

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    (3) KATZE ENTLAUFEN - WAS KANN MAN TUN?

    Jeder Katzenbesitzer kennt die Angst: Was tun, wenn die Katze nicht mehr heimkommt?
    Man kann schon einiges im Vorfeld tun:

    • die Katze sollte mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden und dieser sollte auch beim Haustierregister registriert werden.

    • man sollte möglichst ein Bild zur Hand haben, wo besondere Kennzeichen (Fellzeichnung, Narben, Gesicht, Pfotenfarben) zu erkennen sind, damit man evtl. dieses Bild vervielfältigen kann und aushängen kann.

    • Mit bestimmten Rufen und wohlschmeckenden, besonderen Leckerchen die Katze zuhause darauf trainieren, auf Zuruf zu kommen, und mit den Leckerchen belohnen. Ist die Katze entlaufen, ist diese dann besser motiviert auf Zuruf zu kommen und die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass sie sich eben nicht aus Angst versteckt, sondern herbeieilt.

    • Wenn die Katze Freigänger ist und mit Halsband außer Haus geht (welches immer einen dehnbaren Sicherheitsverschluss haben sollte) eine kleine Adressmarke/Adressplombe anbringen mit dem Hinweis, dass die Katze krank ist und Medikamente braucht. Die Katze kann dann noch so süß sein, kranke Katzen kosten Geld und werden schneller wieder zurückgegeben. Ansonsten ist es leider häufig so, dass die gefundene Katze von den Findern behalten wird – nicht jeder ist leider uneigennützig und macht sich Vorstellungen über das Leiden der eigentlichen Besitzer, wenn die geliebte Katze verschwunden ist…

    Auch der Besitzer einen reinen Hauskatze sollte sich solche Schritte überlegen: in meiner Tätigkeit als Tierärztin, aber auch als Tierheimleiterin, habe ich viele Wohnungskatzen gesehen, die nicht mehr an ihren ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden konnten, da sie nicht gekennzeichnet wurden und somit kein Besitzer ermittelt werden konnte.

    Ärgerlicher ist es sogar noch, wenn die Katze per Tätowierung oder Chip gekennzeichnet wurde und das Tier aber nicht mit der Nummer registriert wurde. Auch bei Umzügen sollte man diese Registrierung erneuern oder ändern. Bei Tasso e.V., dem größten kostenlosen Haustierregister in Deutschland, ist dies sogar online möglich.

    Wenn die Katze nun verschwunden ist, sollte man zunächst sämtliche Tierärzte in der Umgebung wie auch Tierheime in der Umgebung informieren. Bilder helfen ungemein zusätzlich das Tier wieder zu erkennen. Man sollte möglichst nicht nur das nächstgelegene Tierheim informieren, manche Leute finden die Tiere auf dem Weg zur Arbeit und geben sie dann am Tierheim des eigenen Arbeitsortes und somit weit entfernt ab (alles schon erlebt!).

    Außerdem sollte man auch Polizei und Feuerwehr (fangen lebende Tiere ein) sowie die Straßenmeisterei (sammeln überfahrene Tiere ein) informieren.

    Weiterhin sollte man die Umgebung absuchen und evtl. auch die Nachbarn informieren. Mit Aushängen (Foto mit Infos) kann man effektiv auf die Suche aufmerksam machen. Ist das Tier bei Tasso registriert, sollte man sich auch an Tasso wenden, diese helfen mit Plakaten, die auch an Tierärzte in der Umgebung geschickt werden. Die Aushänge sind überall sinnvoll, wo viele Leute sie sehen: Supermarkt, Tierarzt, Friseur etc..

    Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich gerne an Ihren Tierarzt/Tierärztin, er/sie wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Bitte noch – helfen Sie auch Ihren Helfern, melden Sie wiedergefundene Tiere auch wieder ab, damit der Papierberg überall ein wenig kleiner wird und an schwarzen Brettern Platz für andere verschwundene Tiere ist und damit nicht weitere Leute nach einem Tier suchen, das längst wieder glücklich zuhause ist.

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    (4) WIE BEKOMMT MAN AM BESTEN MEDIKAMENTE IN DIE KATZE UND ANDERES – BERICHTEN SIE VON IHREN TRICKS. WIR GEBEN DIE BESTEN AUF UNSERER HOMEPAGE WEITER

    Unsere Idee ist es, einige Tricks von Tierbesitzer für Tierbesitzer auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Denn jeder kennt die Situation: das Tier ist krank und das Tier mag die Tabletten einfach nicht schlucken. Oder es bastelt sich dauernd den Verband ab.

    Wir versuchen die Tiere sanft zu behandeln. Selbstverständlich ist es einfacher die Katze zu fixieren, das Maul zu öffnen und die Tablette zu verabreichen, dieses kann man bei gelassenen Katzen vielleicht gut machen oder in der Praxis, aber eine längere derartige Behandlung ist bei den meisten Katzen nicht möglich, denn die Katzen können sich sehr effektiv wehren, wenn sie etwas nicht wollen und es würde dann bei Zwang das Vertrauen des Tieres zerstören und eine anschließende Behandlung durch die Stressbelastung erschweren.

    Daher wünschen wir uns natürlich Tricks, die entsprechend tierschutzgerecht und sanft sind und wo z. B. die Katze von sich aus durch positive Bestärkung die Medizin, die nun einmal für die Gesundung oder Gesunderhaltung des Tieres unerlässlich ist, eigenständig aufnimmt.

    Sie haben ein typisches Problem effektiv mit einem kleinen Trick gelöst, dann berichten Sie uns davon, die besten Tricks wollen wir – selbstverständlich nach Prüfung auf Geeignetheit - auf einer Extraseite auf unserer Homepage veröffentlichen. Wenn Sie wollen, können wir Sie dazu gerne namentlich erwähnen, ansonsten bleiben die Beiträge anonym.

    Beispiele für unsere eigenen Tricks:

  • Gute Erfahrungen bei Pfotenverbänden bei Hunden haben wir gemacht, in dem man Zuhause einfach einen Einzelsocken (die hat irgendwie jeder zuhause ;-)) darüber zieht. Fixieren kann man den Socken ganz einfach mit einem Rest vom selbstklebenden Pfotenverband, den Sie sich vom Tierarzt mitgeben lassen.

  • Oder ein Beispiel für Katzenbesitzer auf dem Weg zum Tierarzt: eine ängstliche Katze kann zuhause schon beruhigt werden, in dem man ihr Rescuetropfen (Bachblütentropfen) aus der Apotheke der Katze entweder auf die Pfoten streicht oder auf eine haarlose Stelle in der Ohrmuschel. Viele Katzenbesitzer berichten, dass ihre Katze danach wesentlich ruhiger ist und den Tierarztbesuch viel entspannter erlebt.
    Für Nichtkenner der Bachblütentherapie: hiermit ist nicht gemeint, dass die Katze „unter Drogen“ gesetzt wird, sondern dass mit schonenden, pflanzlichen Mitteln das Tier positiv bestärkt wird. Ganz ähnlich verwenden wir Menschen einen Kräutertee, um ruhiger zu werden – was auch eine Form der Phytotherapie (Pflanzliche Therapie) darstellt, zu der auch die Bachblütengruppe gehört.

  • Auch Nagerbesitzer können Ihren Tieren den Tierarztbesuch angenehmer gestalten, in dem sie eine ausreichend große Box einrichten. Bitte nehmen Sie nicht den ganzen Nagerkäfig mit, Katzentransportkörbe sind hier eine bessere Alternativ als Transportmöglichkeit für Nager. Richten Sie den Transportkorb so ein, dass das Tierchen sich verstecken kann (Handtuch, kleine Höhle) und etwas Futter, Obst oder Gemüse. Auch ein Partner, der das kranke Tier begleitet, kann den Stress verringern. Bitte lassen Sie jedoch große Mengen Heu, Stroh und Holzspäne zuhause. Diese verursachen beim Tierarzt nur viel Schmutz. Auch bei Nagern können Bachblütentropfen (Rescuetropfen) den Stress mildern.

    Wenn Sie also tolle Tipps haben, die anderen Tierbesitzern das Leben erleichtern und somit ja auch den geliebten Tieren, dann schicken Sie uns eine Mail mit Ihrem Tipp an:

    geheimtipp@tierarztpraxis-kleen.de.

    Wir wünschen Ihnen und Ihren tierischen Freunden einen schönen Herbst mit vielen Kuschelstunden.

    Ihr Praxisteam
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    Tierarztpraxis Kleen
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